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Marathonplan für unter 4:00 Stunden zu laufen! von
Herbert Steffny,
Titisee - gleichzeitig erschienen bei
www.herbertsteffny.de
und
www.laufreport.de Die Eingangsvoraussetzungen Um überhaupt die Königsdistanz Marathon, das "Matterhorn des kleinen Mannes", gut zu schaffen, sollten Sie seit mindestens einem Jahr schon kontinuierlich wenigstens drei- bis viermal pro Woche laufen. Wer einen Marathon bei seiner Premiere gleich unter 4:00 Stunden schaffen möchte, und damit unter die erste Hälfte aller Finisher laufen würde, sollte schon länger trainieren und hat wohl auch ein wenig mehr Talent von seinen Eltern mitbekommen. Ein 3:59 Läufer wird also in der Regel schon einige Jahre Laufjahre hinter sich haben, ist bis hin zum Halbmarathon schon wettkampferfahren oder hat sogar schon Marathonerfahrung.
Umrechnung von 10km Wettkampf auf mögliche Halbmarathon- und Marathonzeiten
Damit Sie einschätzen können, ob das Ziel "unter 4:00 Stunden" für Sie überhaupt realistisch ist, schauen Sie in die Tabelle. Sie sollten durch einen Testlauf über eine genau vermessene 10 Kilometer Strecke (am besten im Wettkampf!) Ihr momentanes Leistungsvermögen rund drei Monate vor dem Marathon kennen. Wer ein erfahrener Marathonläufer ist und über 10 Kilometer oder Halbmarathon wenigstens 51 Minuten bzw. 1:53 Stunden drauf hat, kann damit rechnen die Vierstundengrenze zu knacken. Wer allerdings seinen ersten Marathon läuft, sollte nicht so sehr auf die Zeiten schauen, sondern erst mal gut ins Ziel kommen. Wenn Sie aber 10 Wochen vor dem Marathon bereits eine Zeit 47 Minuten oder schneller erreichen oder auf Halbmarathon schon 1:43 Stunden gelaufen sind, dann haben Sie das Potential gleich beim Marathondebüt unter dieser begehrten Schallmauer einzukommen. Bei späteren Marathons werden Sie natürlich noch bessere Zeiten hinlegen. Beim Debüt sollte man sich also, obwohl vielleicht mehr drin wäre, bewusst zurückhalten, um dem Mann mit dem Hammer nicht zu begegnen. Marathon ist nicht etwa ein doppelter Halbmarathon, sondern mental und stoffwechselphysiologisch eine ganz andere Disziplin! Über 10 Kilometer oder Halbmarathon kommt man auch bei falschem Training irgendwie durch, im Marathon endet so etwas in einer Katastrophe! Während des hier dargestellten 10 Wochenplans werden Sie auch noch 10 Kilometer und einen Halbmarathon Testlauf durchführen. Mit den dabei erzielten Zeiten können Sie erneut überprüfen, ob Ihre Traumzeit erreichbar ist. Obwohl der Plan darauf abzielt Sie ausschließlich auf den Marathon vorzubereiten, werden Sie sich während des Plans auch auf diesen Unterdistanzen noch etwas verbessern. Bevor Sie in meinen 10 Wochenplan einsteigen, sollten Sie problemlos und locker drei- bis viermal die Woche laufen und schon rund 18 bis 20 Kilometer am Stück laufen können. Ein sporterfahrener Arzt sollte Ihnen bei einem Gesundheits-Check grünes Licht gegeben haben. Eventuell vorhandene überflüssige Pfunde wurden bereits weitgehend reduziert. Spätestens jetzt sollten Sie sich mit ordentlichen Laufschuhen und guter Funktionskleidung versorgen. Ausreichender Schlaf, vollwertige Ernährung und Gymnastik sind trainingsbegleitend notwendig. Der vermehrte Zeitaufwand für Ihr Marathontraining wird sich außerdem auch auf Ihr soziales Umfeld auswirken, das entsprechend privat oder beruflich "befriedet" werden sollte.
Übersicht zum Training für eine
Marathonzeit unter 4:00 Stunden
Marathontraining - Grundlagen: mehr, langsam, länger! Ohne Fleiß keinen Preis! Wer den Marathon unter 4:00 Stunden schaffen möchte, sollte durchschnittlich um die 50 Kilometer laufend pro Woche zurücklegen. Ein erhöhter Trainingsumfang, lange Läufe und langsameres durchschnittliches Lauftempo charakterisieren Marathon- im Vergleich zum 10 Kilometer Wettkampftraining. Im Vordergrund stehen ruhige aerobe Dauerläufe im grünen Bereich bei 70 bis 80 Prozent des Maximalpulses. Sie können sich dabei problemlos unterhalten. Nur wenige Einheiten werden später im Wettkampftempo oder schneller gelaufen. Fleißiges Kilometer sammeln und längere Läufe bis 32 Kilometer sind die entscheidenden Hauptzutaten des Marathonrezepts. Intervalltraining, Tempoläufe und die eingeplanten Vorbereitungswettkämpfe sind nur die Würze, denn was wäre Pfeffer ohne Suppe? Die kürzeren 1000 Meter Intervalle in der dritten Woche trainieren überlappend nur leicht die 10 Kilometer Unterdistanz. Das sind 2,5 Runden im Stadion oder Sie messen mit einem gut geeichten Radcomputer eine eigene Strecke auf Asphalt aus. Auch Radwege an Landstrassen mit Kilometersteinen sind geeignet. Laufen Sie die Intervalle nicht schneller oder mehr als angegeben! Sie sind im Marathon- nicht im 10 Kilometertraining! Wenn Sie wirklich den Eindruck haben unterfordert zu sein, dann laufen Sie lieber eine fünfte Einheit in der Woche als ganz lockeres Dauerläufchen (bis maximal eine Stunde) dazu! Das ist für Marathon viel wirkungsvoller als zusätzliche oder überzogene Intensität!
Vorschau: Die Aufbauwettkämpfe über 10 Kilometer und Halbmarathon Die in der 3., 5. und 8. Woche eingeplanten 10 Kilometer- und Halbmarathon Test- und Aufbauwettkämpfe sind harte Tempoläufe und sogar schneller als das spätere Marathontempo. Sie dienen zudem zur Formüberprüfung bei denen die angegebenen Zeiten erreicht werden sollten. Zudem gewöhnen Sie sich, falls Sie ein Wettkampfneuling sind, an Laufen auf Asphalt, eine gleichmäßige Wettkampfeinteilung und Adrenalin. Vielleicht schlägt Ihnen der Erwartungsdruck auf den Magen oder Sie haben Versagensängste? Dumme Fehler, wie zu schnelles Losrennen, die man dabei wahrscheinlich begeht, werden Ihnen im Marathon dann (hoffentlich) nicht mehr unterlaufen. Zudem können Sie schon mal die Getränkeaufnahme an Wasserstationen üben. Kurzum: Sie sammeln Erfahrungen, korrigieren Fehler und bekommen eine Ahnung was beim großen Marathon wirklich auf Sie zukommt. Der 10 Kilometer Testwettkampf am Ende der 3. Woche ist mehr als hartes Training für das Tempostehvermögen zu verstehen. Ich nenne so etwas "Rohrputzer", denn danach hat man vielleicht erst mal etwas Muskelkater, aber schnellere Einheiten fallen danach in der Regel leichter. Halten Sie sich aber trotzdem an meine im Plan vorgesehenen Trainingsintensitäten! Erst bei dem zweiten 10 Kilometertest in der 5. Woche sollten Sie voll laufen und alles geben! Sollten Sie aber beim ersten Test die 52:30 Minuten weit verfehlen, so kann es sein, dass Sie beim Marathonziel unter 4:00 Stunden zu hoch gegriffen haben. Sollten Sie die Zeit aber deutlich unterbieten, dann bleiben Sie im Plan und warten Sie noch bis zum zweiten 10 Kilometer Test in der 5. Woche ab.
Der lange Lauf Am besten suchen Sie sich zur Gewöhnung an harten Untergrund für den langen Lauf eine flache Strecke mit zunächst auch Naturboden, später aber mit zunehmenden Asphaltanteilen und vermessenen Kilometerabschnitten. Die Kontrolle, Einhaltung und gleichmäßige Einteilung des Trainingstempos nach Puls und Zeit fallen dadurch auch leichter. Das Tempo sollte nach Herzfrequenz bei zunächst rund 70 Prozent vom Maximalpuls, also deutlich langsamer als beim Dauerlauf (75 Prozent) oder Tempolauf (80 bis 85 Prozent vom Maximalpuls) liegen. Das ist wirklich wichtig, denn diese Läufe bergen alleine durch ihre Länge schon genug orthopädisches Risiko! Haben Sie bezüglich der langen Läufe Geduld, der passive Bewegungsapparat braucht für die Anpassungen viel mehr Zeit als die Muskulatur! Versuchen Sie keinesfalls gleich 30 Kilometer in der ersten Trainingswoche auszuprobieren. Das Verletzungsrisiko wäre viel zu groß. Ziel der schrittweise bis auf 32 Kilometer bzw. rund 3:20 Stunden verlängerten Läufe ist die Vergrößerung des Glykogendepots (Kohlenhydratspeicher), das Fettstoffwechseltraining, orthopädische Gewöhnung und auch stufenweise die Angst vor der langen Strecke zu verlieren. Unterwegs sollten Sie unbedingt trinken, da die Wasserverluste hoch sein können. Danach sollte das Glykogendepot möglichst rasch durch kohlenhydratreiche Kost aufgefüllt werden. Wer sich zwei Wochen vor dem Marathon vorsichtig bis auf 32 Kilometer vorgearbeitet hat, der wird mit Ausruhen und von Adrenalin, Mitläufern und Zuschauern beflügelt am Wettkampftag die letzten 10 Kilometer garantiert auch gut schaffen. Aufgaben: Suchen Sie sich jetzt schon einen exakt vermessenen flachen Halbmarathon Wettkampf aus, der auf Asphalt gelaufen wird und genau drei Wochen vor dem Marathontermin liegt. Zur Not sollten Sie dafür auch eine kleine Reise einplanen, denn dieser Test ist wirklich wichtig! Außerdem sollten Sie für die 3. und 5. Woche sich nach einem 10 Kilometerlauf in Ihrer Umgebung umschauen. Diese Vorbereitungs- und Testrennen sind idealerweise auch unter Rennbedingungen und auf Asphalt durchzuführen. Nur zur Not laufen Sie diese alleine oder besser mit Laufkollegen als "Trainingsrennen".
Dieser zweite Teil setzt die Kenntnis des ersten Teiles voraus. Nachdem Sie im bisherigen Plan bereits in der 3. Woche Intervalltraining und einen Unterdistanzwettkampf über 10 Kilometer absolviert haben, laufen Sie in der 5. und 7. Woche sonntags je einen weiteren, diesmal aber voll zu laufenden Testwettkampf über 10 Kilometer und die Generalprobe über Halbmarathon. An den anderen Wochenenden steigern Sie weiter Ihre langen Läufe bis auf 32 Kilometer in der 8. Woche. Die Rennen sind einerseits sehr harte Tempoläufe im Trainingsaufbau, andererseits dienen sie wie schon beschrieben der Formkontrolle.
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| Kilometerabschnitt | Zeit | Kilometerabschnitt | Zeit |
| 5 | 28:19 | 25 | 2:21:36 |
| 10 | 56:39 | 30 | 2:49:56 |
| 15 | 1:24:58 | 35 | 3:18:15 |
| 20 | 1:53:17 | 40 | 3:46:34 |
| 21,1 | 1:59:31 | 42,195 | 3:59:00 |